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Schichtplan in Excel: Wann die Tabelle reicht – und wann sie teuer wird

Excel ist das meistgenutzte Schichtplanungs-Tool Deutschlands – und in vielen Betrieben völlig ausreichend. In vielen anderen kostet es still und leise mehr als jede Software.

Kategorie: Praxis Lesezeit: 6 Minuten Veröffentlicht: 16.07.2026 Autor: Redaktion einsatzplanung-software.de

Vorweg, weil es von einem Portal über Schichtplan-Software überraschen mag: Excel ist nicht per se die falsche Wahl. Ein Team von fünf Personen mit festen, sich wöchentlich wiederholenden Schichten braucht keine Software. Eine Tabelle, ein Ausdruck an der Pinnwand, fertig. Wer Ihnen in dieser Situation ein Abo verkaufen will, will vor allem verkaufen.

Die Frage ist nicht, ob Excel Schichtpläne kann. Die Frage ist, ab wann die Tabelle mehr kostet, als sie spart.

Wann Excel reicht

Treffen alle vier Punkte zu: Bleiben Sie bei Excel und investieren Sie das Geld woanders.

Die drei versteckten Kostenstellen

1. Die Änderungskaskade

Der eigentliche Aufwand der Schichtplanung ist nicht das Erstellen des Plans – es ist das Ändern. Eine Krankmeldung am Samstagmorgen bedeutet in Excel: Ersatz herbeitelefonieren, Datei ändern, neuen Stand an alle verteilen, sicherstellen, dass niemand mehr nach dem alten Plan arbeitet. Jede Änderung produziert Versionen, und irgendwann steht jemand vor verschlossener Tür, weil er „V2_final" statt „V2_final_NEU" gelesen hat. Software löst genau dieses Problem: eine Quelle der Wahrheit, Änderung per Push-Nachricht an alle.

2. Stunden zählen von Hand

Sollstunden, Iststunden, Überstunden, Urlaubskonten, Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit – all das lässt sich in Excel formeln, und all das geht in Excel regelmäßig kaputt: eine überschriebene Formel, eine falsch kopierte Zeile, ein Zahlendreher beim Übertrag in die Lohnabrechnung. Fehler fallen typischerweise erst auf, wenn Mitarbeitende ihre Abrechnung reklamieren.

3. Das Rechtsrisiko rechnet niemand ein

Excel prüft keine Ruhezeiten (§ 5 ArbZG), keine Höchstarbeitszeiten (§ 3 ArbZG) und keine Pausenregeln (§ 4 ArbZG). Der Planer haftet mit seiner Aufmerksamkeit – bei Bußgeldern von bis zu 30.000 € pro Verstoß (§ 22 ArbZG) ein teures Vertrauen. Welche Regeln konkret gelten, steht in unserem ArbZG-Ratgeber.

Der eigentliche Knackpunkt: die Zeiterfassungspflicht

Seit dem BAG-Beschluss vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) sind Arbeitgeber verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit systematisch zu erfassen. Eine Excel-Tabelle, in die Mitarbeitende ihre Zeiten selbst eintragen, kann diese Pflicht formal erfüllen – praktisch ist sie aber weder verlässlich noch manipulationssicher, und genau darauf zielt die Rechtsprechung ab. Wer ohnehin ein Erfassungssystem einführen muss, bekommt die Schichtplanung bei den meisten Tools im selben Paket – das verändert die Rechnung grundlegend.

Rechenbeispiel Ein Restaurant mit 15 Mitarbeitenden zahlt für Aplano Basic 30 €/Monat (15 × 2 €). Kostet die Excel-Pflege den Planer nur zwei Stunden pro Monat mehr als die Software (realistisch ist deutlich mehr), ist die Software bei jedem Stundenlohn über 15 € bereits billiger – die Zeiterfassung und das geringere Fehlerrisiko gibt es obendrauf. Preise weiterer Tools: im großen Vergleich.

Fazit

Excel ist gratis, aber nicht kostenlos. Für kleine, stabile Teams bleibt es die richtige, unaufgeregte Lösung. Sobald Änderungen häufig werden, Stunden abgerechnet werden müssen oder die Zeiterfassungspflicht ohnehin ein System erfordert, zahlt der Betrieb die Tabelle mit Arbeitszeit, Fehlern und Rechtsrisiko – meist mehr, als Software kosten würde.

Quellen